Neues Altersvorsorge-Depot mit Riesen-Steuervorteil? Klingbeil muss liefern

Neues Altersvorsorge-Depot mit Riesen-Steuervorteil? Klingbeil muss liefern

Kurze Zusammenfassung

Das Video behandelt das geplante Altersvorsorgedepot (Klingball-Depot) und dessen Vor- und Nachteile im Vergleich zur Riester-Rente und privaten ETF-Sparplänen. Es wird erklärt, wie hohe Zulagen vom Staat möglich sind, wie die steuerliche Behandlung aussieht und für wen sich das neue Depot lohnen könnte.

  • Das neue Altersvorsorgedepot soll die Schwächen der Riester-Rente (hohe Kosten, Komplexität) überwinden.
  • Es ermöglicht hohe staatliche Zulagen und Steuererleichterungen.
  • Die Kosten des Depots sind entscheidend für die Rentabilität.
  • Es gibt Einschränkungen bei der Auszahlung und Flexibilität.

Was ist das Klingball-Depot?

Das Klingball-Depot, benannt nach Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, ist eine geplante Reform der privaten Altersvorsorge in Deutschland und soll die Riester-Rente verbessern. Die Hauptkritikpunkte an der Riester-Rente waren zu hohe Kosten, Kompliziertheit und Garantien, die die Rendite schmälerten. Das neue Altersvorsorgedepot soll diese Probleme lösen, indem es als einfaches ETF-Depot mit staatlicher Förderung und Steuererleichterungen konzipiert ist, ähnlich wie bei Riester, aber mit geringeren Kosten.

Förderung und Steuervorteile

Es können jährlich maximal 1.800 € (150 € pro Monat) in das Altersvorsorgedepot eingezahlt werden, die vom Staat gefördert werden. Auf die ersten 1.200 € (100 € pro Monat) gibt es eine Zulage von 30 %, also 30 € pro Monat vom Staat. Auf die restlichen 600 € gibt es 20 % Zulage, also weitere 10 € pro Monat. Insgesamt beträgt die maximale Zulage 480 € pro Jahr. Wer unter 25 ist, erhält einmalig 200 € zusätzlich. Ab 2029 soll die Zulage auf die ersten 1.200 € auf 35 % steigen. Zusätzlich gibt es Kinderzulagen in Höhe von 25 % auf maximal 1.200 € Einzahlung pro Kind (maximal 300 € pro Kind). Die eingezahlten Beträge können in der Steuererklärung angegeben werden. Wenn die Steuererstattung höher ist als die erhaltenen Zulagen, wird die Differenz erstattet.

Steuerliche Behandlung in der Auszahlungsphase

Während der Ansparphase sind die Einzahlungen und Erträge steuerfrei, es fallen auch keine Vorabpauschalen auf ETFs an. In der Auszahlungsphase müssen die Auszahlungen jedoch mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden, nicht nur mit der Abgeltungssteuer. Es können einmalig maximal 30 % des Depotwertes entnommen werden, der Rest wird als Rente ausgezahlt. Die Rente kann entweder als lebenslange Rente oder als Auszahlplan bis zum 85. Lebensjahr erfolgen. Eine Kündigung des Depots ist jederzeit möglich, jedoch müssen dann die erhaltenen Zulagen und Steuererstattungen zurückgezahlt werden.

Anlagemöglichkeiten und Förderberechtigte

In dem Depot können Standard-ETFs bis zu einer bestimmten Risikoklasse, weltweit anlegende ETFs oder auch normale Aktienfonds angelegt werden. Es sollen mindestens zwei verschiedene Positionen möglich sein, z.B. ein Weltaktien-ETF und ein Geldmarkt- oder Anleihen-ETF, um bei Bedarf Rebalancing durchführen zu können. Rebalancing innerhalb des Depots ist steuerfrei möglich. Förderberechtigt sind Angestellte, Beamte und Ehepartner von Angestellten oder Beamten. Selbstständige ohne Angestellte sind derzeit nicht förderberechtigt.

Neue Möglichkeiten durch den Gesetzesentwurf

Zusätzlich zu den 1.800 € geförderten Einzahlungen können jährlich über 5.000 € steuerfrei in das Altersvorsorgedepot eingezahlt werden. Auf diese zusätzlichen Einzahlungen gibt es keine Förderung, aber sie sind von der Vorabpauschale befreit. Es können zwei solche Altersvorsorgedepots pro Person abgeschlossen werden, sodass insgesamt über 13.000 € pro Jahr steuerfrei eingezahlt werden können. Auf den privat eingezahlten Teil (über 5.000 €) gelten in der Auszahlungsphase die gleichen Regeln wie bei einer privaten Rentenversicherung: Der halbe Ertrag muss mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden (Halbeinkünfteverfahren), wenn das Altersvorsorgedepot mindestens 12 Jahre gelaufen ist.

Lohnt sich das Klingball-Depot?

Finanztip hat durchgerechnet, ob sich das Klingball-Depot im Vergleich zu einem normalen ETF-Sparplan lohnt. Bei einer Einzahlung von 1.800 € pro Jahr, einer Zulage von 480 € und einer Steuererstattung von 200 € über 40 Jahre ergibt sich bei einer Rendite von 6 % und Kosten von 0,5 % im Altersvorsorgedepot ein Nettoertrag von rund 242.000 €, während ein normaler ETF-Sparplan mit Kosten von 0,2 % und Vorabpauschalen rund 218.000 € erbringt. Die geförderte Einzahlung von 1.800 € pro Jahr scheint sich also zu lohnen. Auch die zusätzlichen Einzahlungen von über 5.000 € können sich lohnen, insbesondere wenn die Kosten des Altersvorsorgedepots niedrig sind (z.B. 0,3 %).

Kosten als entscheidender Faktor

Die Kosten sind der entscheidende Faktor für die Rentabilität des Altersvorsorgedepots. Finanztip fordert einen Kostendeckel von maximal 0,5 % pro Jahr. Der aktuelle Gesetzesentwurf sieht jedoch 1,5 % vor, was die Sache unattraktiv machen würde. Transparente und vergleichbare Kosten sind wichtig, um einen Wettbewerb zwischen den Anbietern zu ermöglichen. Finanztip wird die Entwicklung des Altersvorsorgedepots weiter verfolgen und konkrete Tests durchführen, sobald die ersten Angebote auf dem Markt sind.

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